Neue Folge „Klotzki und Sigmund“: Kritik oder Pessimismus?

Neue Folge „Klotzki und Sigmund“: Kritik oder Pessimismus?

Wann wird berechtigte Kritik an der Regierung zum Dauerpessimismus? Und welche Rolle spielen Politik und Kommunikation dabei? In der neuen Folge von „Klotzki und Sigmund“ diskutieren Peter Klotzki und Thomas Sigmund über die Stimmung in Deutschland, den Umgang mit der schwarz-roten Koalition und die Frage, wie öffentliche Debatten unser politisches Klima prägen. Im Fokus stehen dabei auch die Kommunikationsstrategien von Bundeskanzler Friedrich Merz und Vizekanzler Lars Klingbeil. Eine kompakte Analyse über Erwartungen, Wahrnehmungen und die Frage, ob Deutschland seine Regierung manchmal schlechter redet, als sie ist. Jetzt überall hören, wo es Podcasts gibt – beispielsweise auf Spotify oder Apple Podcasts. Und als Video auf YouTube.

Teilzeitquote auf neuem Höchststand

Teilzeitquote auf neuem Höchststand

Wie das Statistische Bundesamt am 27. Mai 2026 auf Basis von Erstergebnissen des Mikrozensus mitteilte, arbeiteten abhängig Beschäftigte in Vollzeit 2025 durchschnittlich 39,9 Stunden pro Woche. 2015 waren es noch 40,5 Stunden. Gegenüber 2024 blieb die Wochenarbeitszeit unverändert. Teilzeitbeschäftigte arbeiteten dagegen zuletzt im Schnitt 21,3 Wochenstunden – zwei Stunden mehr als zehn Jahre zuvor und 0,1 Stunden mehr als 2024. Insgesamt lag die durchschnittliche Wochenarbeitszeit abhängig Beschäftigter 2025 bei 34 Stunden und damit 0,4 Stunden unter dem Wert von 2015. Die Teilzeitquote erreichte 2025 mit 31,9 Prozent einen Höchststand. Frauen arbeiteten weiterhin deutlich häufiger in Teilzeit als Männer: Jede zweite Frau (50,6 Prozent) war teilzeitbeschäftigt, bei Männern traf dies auf 14,3 Prozent zu. Gegenüber 2015 nahm die Teilzeitquote bei Männern jedoch stärker zu. Besonders groß bleibt der Unterschied bei Eltern: Knapp zwei Drittel der erwerbstätigen Mütter mit minderjährigen Kindern arbeiteten 2025 in Teilzeit, bei Vätern waren es 8,6 Prozent. Auch im höheren Erwerbsalter steigt die Teilzeitquote deutlich an: Unter den 65-jährigen Erwerbstätigen arbeitete mehr als die Hälfte in Teilzeit, bei den 70-Jährigen waren es bereits 90,3 Prozent. Die steigende Teilzeitquote verdeutlicht die wachsende Bedeutung einer besseren Vereinbarkeit von Familie, Pflege und Beruf. Für die Freien Berufe ist dies ein zentrales Thema, für das sich der BFB seit Langem einsetzt.

FBN blickt mit Sorge auf zunehmende Tendenz zum Fremdbesitz bei Freien Berufen

Der Vorstand des Verbandes der Freien Berufe in Niedersachsen e. V. (FBN) hat sich bei seiner letzten Sitzung intensiv mit den Tendenzen und Vorgaben für die Beteiligung von berufsfremden Investoren bei freiberuflichen Berufsgesellschaften beschäftigt. Anlass war eine geplante Gesetzänderung für bei Steuerberaterkammern registrierte Berufsausübungsgesellschaften, die das Verbot der Beteiligung von Finanzinvestoren künftig klarstellt.

Der FBN-Vorstand begrüßte diese geplante Regelung ausdrücklich. In vielen Bereichen der Freien Berufe, wie zum Beispiel bei den Heilberufen, aber auch im Bereich der Architekten und Ingenieure, gibt es bereits heute eine zunehmende Tendenz zum Einstieg gewerblicher Teilhaber.

„Wenn der Gesetzgeber hierbei nicht klare Grenzen setzt, werden die Grundsätze der freiberuflichen und damit der fachlich unabhängigen Leistungserbringung ausgehebelt“, sagte der FBN-Präsident Robert Marlow am Rande der Sitzung. Klar wurde bei der Sitzung aber auch, dass es dabei keine Lösung gibt, die für alle Freien Berufe in gleicher Weise taugt.

Steigender Kapitalbedarf zum Beispiel für den Einsatz von künstlicher Intelligenz lässt den Büros teilweise keine andere Wahl, als kapitalstarke Partner aufzunehmen. Umso wichtiger ist dann aber einerseits eine hohe Transparenz gegenüber den Mandanten, Patienten und Bauherren. Andererseits müssen sich die Kammern verstärkt mit der Herausforderung auseinandersetzen, wie es mit berufsrechtlichen Instrumenten gelingen kann, den Kammermitgliedern für ihre Unabhängigkeit in den fachlichen Entscheidungen in diesen Strukturen den Rücken zu stärken.

Der FBN hatte 2025 gemeinsam mit der niedersächsischen Landesregierung ein Leitbild der Freien Berufe vereinbart, indem die Bedeutung der Fachlichkeit und der Unabhängigkeit von gewerblichen Interessen im Interesse von Patienten, Bauherren und Mandanten betont wird.

 

Keine „A1-Bescheinigungen“ für Geschäftsreisen mehr

Keine „A1-Bescheinigungen“ für Geschäftsreisen mehr

Die Botschafterinnen und Botschafter der EU-Mitgliedstaaten billigten am 29. April 2026 die mit dem Europäischen Parlament erzielte vorläufige Einigung über eine vorgeschlagene Überarbeitung der Koordinierung der nationalen Systeme der sozialen Sicherheit. Das komplexe Dossier kam jahrelang nicht voran. Bereits im Jahr 2016 hatte die Europäische Kommission ihren Vorschlag dazu vorgelegt. Mit dem jetzt gefundenen Kompromiss sollen die bestehenden EU-Rechtsvorschriften zur Koordinierung der Systeme der sozialen Sicherheit aktualisiert und so gestaltet werden, dass sie klarer, gerechter und einfacher durchzusetzen sind. Dies betrifft nicht zuletzt auch die Vorschriften für entsandte Arbeitnehmer und Selbstständige. Die Vorabnotifizierung und Attestierung von Geschäftsreisen („A1-Bescheinigung“) entfällt. Ausgenommen sind ferner kurzfristige Tätigkeiten, das heißt Tätigkeiten mit einer Höchstdauer von drei aufeinanderfolgenden Arbeitstagen innerhalb eines Zeitraums von 30 aufeinanderfolgenden Tagen – wobei Tätigkeiten im Bausektor nicht unter die Ausnahme für kurzfristige Tätigkeiten fallen. Die nun erzielte vorläufige Einigung muss vom Rat der Europäischen Union und dem EU-Parlament noch förmlich angenommen werden.

Berufsbildungsbericht 2026 veröffentlicht

Berufsbildungsbericht 2026 veröffentlicht

Das Bundeskabinett beschloss den Berufsbildungsbericht 2026 am 6. Mai 2026. 2025 wurden 476.000 duale Ausbildungsverträge abgeschlossen, ein Rückgang um 2,1 Prozent gegenüber dem Vorjahr. In der schulischen Berufsausbildung im Gesundheits-, Bildungs- und Sozialwesen ist die Zahl der Anfängerinnen und Anfänger 2025 dagegen erneut gestiegen (ein Plus von knapp vier Prozent). Gleichzeitig ging das Angebot an Ausbildungsplätzen zurück: bundesweit wurden 530.300 Ausbildungsstellen angeboten und damit 25.300 Stellen (knapp fünf Prozent) weniger als 2024. Aus dem flankierenden vorläufigen Datenreport zum Berufsbildungsbericht 2026 geht hervor, dass der Anteil junger Erwachsener im Alter von 20 bis 34 Jahren ohne Berufsabschluss weiterhin auf hohem Niveau liegt. BIBB-Berechnungen auf Basis des Mikrozensus weisen für 2024 einen Anteil von 18,8 Prozent aus (2023: 19 Prozent). Hochgerechnet entspricht dies 2,76 Millionen formal nicht qualifizierten jungen Erwachsenen (2023: 2,79 Millionen). Mit Stichtag zum 30. September 2025 wurden bei den Freien Berufen 49.623 neue Ausbildungsverträge verzeichnet, knapp fünf Prozent mehr als im Vorjahr. Zudem sind rund neun von zehn Auszubildenden bei den Freien Berufen weiblich (89,6 Prozent). Überdies behaupten die Freien Berufe weiterhin die Spitzenposition unter allen Wirtschaftsbereichen beim Anteil der Auszubildenden mit ausländischem Pass. Dieser Anteil stieg nochmals auf nunmehr 24,1 Prozent an. Fast jede vierte, jeder vierte Auszubildende bei den Freien Berufen hat einen ausländischen Pass.

Gründungsdynamik 2025 steigt, Strukturwandel zugunsten der Freien Berufe setzt sich fort

Gründungsdynamik 2025 steigt, Strukturwandel zugunsten der Freien Berufe setzt sich fort

Laut Mitteilung des Instituts für Mittelstandsforschung (IfM) Bonn vom 21. April 2026 wird sowohl im gewerblichen Bereich als auch in den Freien Berufen und in der Land- und Forstwirtschaft (nicht-gewerblicher Bereich) wieder mehr gegründet: Insgesamt wurden 2025 rund 395.000 selbstständige Tätigkeiten im Vollerwerb aufgenommen. Von allen Existenzgründungen entfallen rund 277.000 auf das Gewerbe. In den Freien Berufen wurden 2025 rund 110.000 Existenzgründungen registriert. Einzelne statistische Umstellungen können die ausgewiesenen Werte laut IfM geringfügig beeinflussen. Aber grundsätzlich zeichnet sich in allen drei Tätigkeitsbereichen ein regeres Gründungsgeschehen als in den Vorjahren ab. Zudem hat sich der Strukturwandel zugunsten der Freien Berufe fortgesetzt, die weiblich geprägt bleiben: 54,3 Prozent der freiberuflichen Gründungen entfallen auf Frauen (Vorjahreswert 54,9 Prozent).