Analoge Ämter bremsen die Wirtschaft aus

Analoge Ämter bremsen die Wirtschaft aus

Für 75 Prozent der befragten Unternehmen ist die fehlende Verwaltungsdigitalisierung ein internationaler Standortnachteil. Das zeigt eine am 12. Oktober 2026 veröffentlichte repräsentative Bitkom-Befragung von Unternehmen ab 20 Beschäftigten. Nur zwei Prozent können ausschließlich digital mit Behörden kommunizieren. 43 Prozent sehen in der wiederholten Bereitstellung derselben Daten ein großes Problem. Der BFB fordert durchgängig digitale, praxistaugliche Verfahren, funktionierende Schnittstellen und die einmalige Erfassung von Daten nach dem Once-Only-Prinzip. Dabei müssen insbesondere die kleinen freiberuflichen Einheiten berücksichtigt sowie Datenschutz und Berufsgeheimnis gewahrt werden. Weniger Verwaltungsaufwand schafft mehr Zeit für Beratung, Behandlung und Betreuung.

IW: Beschäftigung in KI-nahen Berufen wächst

IW: Beschäftigung in KI-nahen Berufen wächst

Die Beschäftigung in Berufen, deren Tätigkeiten potenziell stark von Künstlicher Intelligenz (KI) beeinflusst werden können, ist in Deutschland zwischen Dezember 2019 und Dezember 2025 um 8,3 Prozent gestiegen. Das zeigt eine am 13. Oktober 2026 veröffentlichte Auswertung des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW). Ende 2025 übten rund 12,4 Millionen sozialversicherungspflichtig Beschäftigte sogenannte KI-nahe Tätigkeiten aus. Besonders hoch ist deren Anteil unter Beschäftigten mit anspruchsvollen Tätigkeiten: Bei den Experten liegt er bei 88 Prozent, bei den Spezialisten bei 50 Prozent. Hinweise auf einen verstärkten Arbeitsplatzabbau in KI-nahen Berufen finden sich bislang nicht. Auch das Arbeitslosigkeitsrisiko unterscheidet sich kaum von dem in KI-fernen Berufen. Eine Entwarnung gibt das IW dennoch nicht: Die Untersuchung erfasst das Potenzial für den KI-Einsatz, nicht aber dessen tatsächliche Nutzung. Zudem könnten sich Auswirkungen auf die Beschäftigung erst mit Verzögerung zeigen.

Mindestausbildungsvergütung steigt 2027 auf 764 Euro

Mindestausbildungsvergütung steigt 2027 auf 764 Euro

Wie das Bundesinstitut für Berufsbildung vergangene Woche mitteilte, steigt die Mindestausbildungsvergütung in Deutschland ab 2027 im ersten Ausbildungsjahr auf 764 Euro brutto im Monat. Das entspricht einer Erhöhung von etwa 5,6 Prozent im Vergleich zu 2026. Im zweiten Ausbildungsjahr erhalten Auszubildende mindestens 902 Euro, im dritten 1.031 Euro und im vierten 1.070 Euro monatlich. Das Berufsbildungsgesetz sieht vor, dass die Mindestausbildungsvergütung für das erste Ausbildungsjahr jährlich angepasst wird. Sie richtet sich nach der Steigerung der durchschnittlichen Ausbildungsvergütungen in den beiden vorangegangenen Jahren. Für das zweite bis vierte Ausbildungsjahr gibt es gesetzlich festgelegte prozentuale Aufschläge auf die Mindestvergütung des ersten Ausbildungsjahres. Den BIBB-Berechnungen zufolge erhält der weitaus größte Teil der Auszubildenden eine Ausbildungsvergütung deutlich oberhalb der Mindestausbildungsvergütung.

Studienanfänger bleiben meist im eigenen Bundesland

Studienanfänger bleiben meist im eigenen Bundesland

Wie das Statistische Bundesamt am 6. Oktober 2026 mitteilte, blieben im Wintersemester 2025/26 knapp 70 Prozent der Studienanfängerinnen und Studienanfänger in dem Bundesland, in dem sie auch ihre Hochschulreife erworben hatten. Besonders hoch war der Anteil in Nordrhein-Westfalen mit 82 Prozent, was unter anderem mit dem vielfältigen Hochschulangebot im Land zusammenhängt. Am niedrigsten war der Anteil in Brandenburg mit 33 Prozent. Von dort wechselten 32 Prozent zum Studium nach Berlin. Von den rund 308.000 Studienanfängerinnen und Studienanfängern mit in Deutschland erworbener Hochschulzugangsberechtigung hatte ein Viertel die Hochschulreife in Nordrhein-Westfalen erworben. Weitere 14 Prozent stammten aus Baden-Württemberg und elf Prozent aus Bayern.

Bürokratiekosten: Autoren kritisieren Lücken in der Erfassung

Bürokratiekosten: Autoren kritisieren Lücken in der Erfassung

Die tatsächlichen Bürokratiekosten werden nach Einschätzung von Friedhelm Gross, Jonathan Hild und Stefan Kolev vom Ludwig-Erhard-Forum bislang unzureichend erfasst. In einem FAZ-Gastbeitrag vom 5. Oktober 2026 verwiesen sie auf die zunehmende Regelungsdichte: Die Zahl der Einzelnormen in deutschen Gesetzen und Rechtsverordnungen sei zwischen 1991 und 2026 um 27 Prozent, das Wortvolumen um 81,7 Prozent gestiegen. Die Kennzahl des laufenden Erfüllungsaufwands erfasse lediglich Veränderungen gegenüber der geltenden Rechtslage. Kosten des bestehenden Regelwerks, Wechselwirkungen zwischen Vorschriften und entgangene Investitionen blieben unberücksichtigt; EU-Recht werde nicht vollständig erfasst. Die Autoren plädieren für eine umfassendere quantitative Bürokratieforschung als Grundlage wirksamer Entlastung.

BFB-Konjunkturbefragung gestartet

BFB-Konjunkturbefragung gestartet

Der Bundesverband der Freien Berufe (BFB) führt erneut seine Konjunkturbefragung durch. Ihre Teilnahme ist wichtig, damit belastbare Erkenntnisse zur aktuellen wirtschaftlichen Lage und ihrer Entwicklung gewonnen werden können.

Die Befragung beansprucht ca. 12 Minuten Ihrer Zeit und ist bis 02.11.2026 zugänglich.

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