Bundestagsfraktion Bündnis 90/Die Grünen fordert Unterstützung für duale Berufsausbildung

Bundestagsfraktion Bündnis 90/Die Grünen fordert Unterstützung für duale Berufsausbildung

Die Bundestagsfraktion von Bündnis 90/Die Grünen fordert mit einem Antrag (21/8123) eine stärkere Unterstützung der beruflichen Bildung in Deutschland und bezeichnet sie als wichtiges Fundament der Gesellschaft. Dabei sollen junge Menschen und Ausbildungsbetriebe besser unterstützt werden, passende Ausbildungsplätze und Bewerber zusammenzubringen. Die Fraktion kritisiert unter anderem das geplante Auslaufen des Förderprogramms „Passgenaue Besetzung und Willkommenslotsen“. Außerdem soll der Pakt für berufliche Schulen zu einem Bund-Länder-Programm weiterentwickelt werden, um Berufsschulen und Ausbildungsstätten zu modernisieren. Darüber hinaus fordern die Grünen schnellere Anpassungen von Ausbildungsordnungen und mehr Möglichkeiten zur Nachqualifizierung für junge Erwachsene ohne Berufsabschluss. Darüber berichtete der Deutsche Bundestag am 22. September 2026.

BFB-Gesprächsforum netzwerkt: Gemeinsam weiterdenken

BFB-Gesprächsforum netzwerkt: Gemeinsam weiterdenken

Mehr als 30 Teilnehmerinnen und Teilnehmer kamen am 18. September 2026 vor Ort und digital zum BFB-Gesprächsforum „Junge Freie Berufe“ bei der Bundeszahnärztekammer in Berlin zusammen – darunter viele bekannte Gesichter vom ersten „Tag der jungen Freien Berufe“. Im internen Teil berieten die Mitglieder des Gesprächsforums zwei Impulspapiere sowie die Konzeptskizze für den zweiten „Tag der jungen Freien Berufe“. Dieser soll am 17. September 2027 ab dem späten Mittag stattfinden. Anschließend öffnete sich die Runde: Zwei Stunden lang diskutierten die Teilnehmerinnen und Teilnehmer in einem neuen Netzwerkformat mit den eingeladenen Gästen entlang der „Zehn Thesen“, die beim ersten „Tag der jungen Freien Berufe“ im November 2025 vorgestellt worden waren. Von gesellschaftlicher wie auch politischer Wertschätzung und berufspolitischem Engagement über KI und Infrastruktur bis zum Bürokratieabbau war die thematische Spannweite groß. Unterschiedliche Perspektiven und konkrete Erfahrungen aus den Freien Berufen sorgten für eine lebhafte Debatte und neue Anknüpfungspunkte für die weitere Arbeit. Der BFB informierte zudem über seine neue Kooperation mit der Deutschen Krankenversicherung (DKV).

Ergebnisse der PISA-Studie 2025 vorgestellt

Ergebnisse der PISA-Studie 2025 vorgestellt

Die Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) stellte am 8. September 2026 die Ergebnisse der PISA-Studie 2025 vor. Die Befunde zeigen, dass Deutschland
bei der Stärkung von Bildungsqualität und Chancengerechtigkeit vor immensen Herausforderungen steht. Es gibt deutlichen Handlungsbedarf: Zu viele Jugendliche erreichen nicht die erforderlichen Basiskompetenzen, zugleich bleibt der Bildungserfolg in Deutschland stark von der sozialen Herkunft abhängig. Im Mittelpunkt von PISA 2025 standen die naturwissenschaftlichen Kompetenzen 15-jähriger Schülerinnen und Schüler. Daneben wurden die Kompetenzen im Lesen und in Mathematik erhoben. Deutschland erreicht in den Naturwissenschaften 486 Punkte (OECD-Schnitt: 482), im Lesen 465 (OECD: 461) und in Mathematik 464 (OECD: 463) und liegt damit in allen drei Kompetenzbereichen nur noch im OECD-Durchschnitt. Zwar liegt Deutschland im Vergleich zu den anderen Staaten der Europäischen Union (EU) in den Naturwissenschaften und im Lesen leicht über dem Durchschnitt (EU-Schnitt: 476 beziehungsweise 451), in Mathematik wird jedoch ebenfalls nur europäisches Durchschnittsniveau erreicht (EU: 460). Zugleich erreichen die Kompetenzwerte in Deutschland in allen drei Bereichen den niedrigsten Stand seit Beginn der PISA-Erhebungen und liegen sogar unter dem Niveau der ersten PISA-Studie vor 25 Jahren.

Einladung zum „Tag der Freien Berufe“

Einladung zum „Tag der Freien Berufe“

Am 29. September 2026 wird im Europäischen Wirtschafts- und Sozialausschuss (EWSA) in Brüssel der diesjährige europäische „Tag der Freien Berufe“ stattfinden. Die halbtägige Konferenz steht unter der Überschrift „Preparedness in the EU: the role of the liberal professions“. Durch die Förderung des Dialogs und den Austausch von Fachwissen zielt der „Tag der Freien Berufe“ 2026 darauf ab, den Beitrag von Freiberuflerinnen und Freiberuflern als Schlüsselakteure zur Stärkung der Resilienz Europas bei der Bewältigung aktueller und zukünftiger Herausforderungen hervorzuheben. Der BFB ist am diesjährigen „Tag der Freien Berufe“ erneut stark vertreten. Neben BFB-Vizepräsidentin Dr. Karin Hahne, Präsidiumsmitglied des Verbandes Freier Berufe in Hessen, wird auch BFB-Vizepräsident Dr.-Ing. Heinrich Bökamp, Präsident der Bundesingenieurkammer, an der Konferenz teilnehmen. Die Konferenz wird in einem hybriden Veranstaltungsformat durchgeführt und kann daher sowohl vor Ort in Brüssel als auch per Videostream verfolgt werden.

BFB-Gesprächsforum netzwerkt: Gemeinsam weiterdenken

BFB und DKV vereinbaren Partnerschaft

Der BFB und die Deutsche Krankenversicherung (DKV), ein Unternehmen der ERGO Gruppe, arbeiten im Rahmen einer Marketingkooperation zusammen. Die DKV ist nunmehr „Partner der
Freien Berufe“. Die Zusammenarbeit knüpft an die langjährige Erfahrung der DKV mit freiberuflichen Berufsgruppen an und rückt deren besondere Anforderungen an eine verlässliche
Gesundheitsversorgung in den Fokus.

Ausbildung in den Freien Berufen: Attraktive Berufe für engagierte Auszubildene

Ausbildung in den Freien Berufen: Attraktive Berufe für engagierte Auszubildene

Der Verband der Freien Berufe Niedersachsen (FBN) holt den „Sommer der Berufsausbildung“ nach Niedersachsen und organisiert einen Praxisbesuch in Hannover.

Medizinische Fachangestellte übernehmen in Arztpraxen weit mehr als Anmeldung und Terminvergabe. Sie arbeiten in Diagnostik und Labor, betreuen Patientinnen und Patienten, organisieren Praxisabläufe und können sich später etwa im Praxismanagement oder in der Studienbetreuung weiterentwickeln. Wie gut junge Menschen diese Breite bereits während ihrer Ausbildung kennenlernen, hängt allerdings stark vom Ausbildungsbetrieb ab.

Darüber hat der Verband der Freien Berufe im Lande Niedersachsen (FBN) im Pneumologicum Hannover mit Auszubildenden und Beschäftigten gesprochen. An dem Austausch nahmen die CDU-Landtagsabgeordnete Martina Machulla, FBN-Hauptgeschäftsführer Dr. Mathias Meyer und Natascha Volodina vom Bundesverband der Freien Berufe (BFB) teil. Gastgeber war Dr. Martin Hoffmann, einer der vier Ärzte des Pneumologicums.

Der Besuch fand im Rahmen des „Sommers der Berufsausbildung“ statt. Der BFB beteiligt sich seit 2021 an der Initiative und sucht dazu regelmäßig das direkte Gespräch mit Auszubildenden und Ausbildungsbetrieben. In Hannover wurde das Format erstmals auf Ebene eines Landesverbandes der Freien Berufe durchgeführt.

Ausbildungsqualität hängt auch von den Strukturen ab

Das Pneumologicum bildet seit Jahren Medizinische Fachangestellte aus. Derzeit sind sechs Ausbildungsplätze besetzt, möglich sind bis zu sieben. Die Größe der Praxis erlaubt es, die Auszubildenden zwischen verschiedenen Arbeitsbereichen wechseln zu lassen. Dr. Hoffmann machte deutlich, dass dies bewusst so organisiert werde: Junge Menschen sollten während ihrer Ausbildung möglichst viele Tätigkeiten kennenlernen und nicht dauerhaft auf einzelne Aufgaben beschränkt bleiben.

Gerade dieser Punkt beschäftigte die Runde ausführlich. Aus der Berufsschule berichteten die Auszubildenden, dass Mitschülerinnen und Mitschüler in kleineren Praxen zum Teil bestimmte praktische Inhalte nicht kennenlernen könnten. Einige suchten deshalb während der Ausbildung nach einem anderen Betrieb. Im Gespräch entstand daraus die Frage, ob Kooperationen zwischen Praxen helfen könnten, etwa indem Auszubildende zeitweise in einem anderen Betrieb Tätigkeiten kennenlernen, die ihr eigener Ausbildungsbetrieb nicht anbieten kann.

„Die Qualität der Ausbildung darf nicht davon abhängen, ob eine junge Frau oder ein junger Mann seine Ausbildung in einer großen Einrichtung oder in einer kleinen Praxis, Kanzlei oder einem kleinen Büro absolviert. Entscheidend ist, dass die wesentlichen Inhalte tatsächlich vermittelt werden und die Auszubildenden gut auf ihren Beruf vorbereitet sind“, sagte Martina Machulla. „Gerade die Freien Berufe sind durch sehr unterschiedliche Betriebsgrößen und häufig auch durch spezialisierte Strukturen geprägt. Für kleinere Einheiten kann es deshalb schwieriger sein, die gesamte Bandbreite eines Ausbildungsberufs im eigenen Betrieb abzudecken. Das ist keine Frage des Engagements oder der Qualität der Ausbildung. Wir müssen vielmehr schauen, wie wir diese Betriebe dabei unterstützen können, ihren Auszubildenden trotzdem eine umfassende Ausbildung zu ermöglichen, beispielsweise durch Kooperationen oder ergänzende Ausbildungsangebote.“, so Machulla weiter.

Auch die schulische Seite der Ausbildung kam zur Sprache. Das Pneumologicum wollte in der Vergangenheit mehr Ausbildungsplätze besetzen, stieß in Hannover zeitweise jedoch auf fehlende Berufsschulplätze. Für Hoffmann war das ein Widerspruch: Einerseits werde bei Praxen dafür geworben, mehr auszubilden, andererseits fehlten zeitweise die notwendigen schulischen Kapazitäten. Inzwischen habe sich die Situation wieder entspannt.

Meyer: „Ausbildungsbereitschaft darf nicht an fehlenden Berufsschulplätzen scheitern. Wer mehr junge Menschen für eine duale Ausbildung gewinnen will, muss die betriebliche und die schulische Seite gemeinsam im Blick behalten.“

MFA-Beruf wird häufig unterschätzt

Ein weiterer Punkt war die Wahrnehmung des Berufs. Tabea Gerner, die selbst ihre Ausbildung im Pneumologicum absolviert hat und heute dort als Praxismanagerin arbeitet, schilderte ein breites Feld möglicher weiterer Berufswege. Neben Praxismanagement kommen beispielsweise Tätigkeiten in der Krankenhausverwaltung, in der pharmazeutischen Industrie oder als Study Nurse beziehungsweise Study Coordinator infrage.

Zugleich werde die Arbeit Medizinischer Fachangestellter öffentlich häufig auf „Arzthelferin“ oder „Sprechstundenhilfe“ reduziert. Aus Sicht der Beschäftigten bildet das weder die Qualifikation noch die Verantwortung im Praxisalltag angemessen ab. Gerade im Gesundheitswesen seien MFA für den Ablauf der ambulanten Versorgung unverzichtbar, würden in öffentlichen Debatten über Gesundheitsberufe aber vergleichsweise wenig wahrgenommen.

Auch bei der Nachwuchsgewinnung spielt dieses Bild eine Rolle. Mehrere Gesprächsteilnehmer waren ursprünglich auf ein Studium orientiert und kamen erst später zur Ausbildung. Empfehlungen aus dem persönlichen Umfeld, Einblicke in die konkrete Praxis und inzwischen auch Social Media beeinflussen die Entscheidung.

Die Freien Berufe gehören mit rund 129.000 Auszubildenden zu den größten Ausbildungsbereichen in Deutschland. Für den FBN ist die Sicherung des beruflichen Nachwuchses deshalb ein zentrales Thema.

Foto: AKNDS

PRESSEKONTAKT
Nils Marius Kirschstein
Architektenkammer Niedersachsen
Referent Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
Friedrichswall 5
30159 Hannover
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