März 13, 2026 | Aktuelles
Wie das Statistische Bundesamt Ende vergangener Woche mitteilte, stieg der Umsatz im deutschen Dienstleistungssektor (ohne Finanz- und Versicherungsdienstleistungen) 2025 real um 2,1 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Besonders relevant für freiberufliche Tätigkeiten: Die Umsätze in freiberuflichen, wissenschaftlichen und technischen Dienstleistungen erhöhten sich real um 2,2 Prozent. Insgesamt gehörte dieser Bereich damit zu den wachsenden Segmenten innerhalb der Dienstleistungswirtschaft. Die Entwicklung zeigt, dass freiberufliche Dienstleistungen weiterhin eine stabile und leicht wachsende Rolle im deutschen Dienstleistungssektor spielen.
März 13, 2026 | Aktuelles
Die Bundesregierung bekräftigt ihr Ziel, den Bezug des Elterngelds zu vereinfachen und zu digitalisieren. Allerdings nennt sie in der entsprechenden Antwort (21/4446) auf eine Kleine Anfrage keinen genauen Zeitpunkt dafür. Darüber berichtete der Deutsche Bundestag am 11. März 2026. Mit den Empfehlungen der Kommission zur Sozialstaatsreform vom 27. Januar 2026 lägen konkrete Vorschläge zur Verbesserung des Zugangs und des Vollzugs von familienbezogenen Leistungen vor, heißt es in der Antwort weiter. „Die Kommission empfiehlt unter anderem einen einheitlichen und zentralen digitalen Zugang zu allen Sozialleistungen – also auch den familienbezogenen Leistungen. Der BFB setzt sich für eine bessere Vereinbarkeit von Familie und Beruf ein, insbesondere für selbstständige Freiberuflerinnen, für die weiterhin zentrale Hürden bestehen. Die Reform des Elterngelds ist ein wichtiger Bestandteil dieser Position und wird vom BFB auch in politischen Gesprächen sowie gemeinsam mit anderen Verbänden vertreten.
März 10, 2026 | Aktuelles
Die Bundesregierung beschloss bei ihrer Kabinettssitzung am 4. März 2026 einen Gesetzentwurf zur Modernisierung des Designrechts. Damit soll der Designschutz an die Reform der Europäischen Union und an digitale Entwicklungen wie animierte Logos, digitale Oberflächen und 3D-Modelle angepasst werden. Künftig sollen auch digitale Produkte und virtuelle Gestaltungen ausdrücklich als Design geschützt werden können. Zudem sollen Anmeldeverfahren vereinfacht und schneller werden. Ein neues Eintragungssymbol Ⓓ soll künftig anzeigen, dass ein Design geschützt ist.
März 10, 2026 | Aktuelles
Die Bundesregierung arbeitet derzeit an einem Referentenentwurf zur Reform des Statusfeststellungsverfahrens für Selbstständige bei der Deutschen Rentenversicherung. Da es sich um ein laufendes Verfahren handele, könne sie aktuell keine Details zu den Inhalten weitergeben, schreibt die Bundesregierung in ihrer Antwort (21/4263) auf eine Kleine Anfrage, über die der Deutsche Bundestag am 3. März 2026 berichtete. Aus der Antwort geht auch hervor, dass sich die durchschnittlichen Laufzeiten für ein optionales Statusfeststellungsverfahren von 80 Tagen 2021 auf 56 Tage im vergangenen Jahr reduziert haben. Ziel der vorgesehenen Reform des Statusfeststellungsverfahrens sei es, die Bestimmung des sozialversicherungsrechtlichen Erwerbsstatus zu erleichtern. Dies könne auch zu einer weiteren Beschleunigung des Statusfeststellungsverfahrens beitragen, erläutert die Regierung. Der BFB hat, auch in enger Zusammenarbeit mit dem Verband der Gründer und Selbstständigen VGSD, in der Vergangenheit wiederholt auf eine zügige und praxisgerechte Umsetzung der im Koalitionsvertrag enthaltenen Vorhaben zur schnellen, rechtssicheren und transparenten Reform des Statusfeststellungs-verfahrens hingewiesen, zuletzt im Austausch mit dem Bundeskanzleramt im Dezember 2025. Das Thema betrifft die Freien Berufe vor allem deswegen, weil rund 1,49 Millionen Menschen in den Freien Berufen selbstständig sind, und davon wiederum – geschätzt 20 Prozent – als Solo-Selbstständige. Der BFB wird sich auch hinsichtlich des wohl im Juni 2026 zu erwartenden Referentenentwurfs positionieren, auch im Verbund mit weiteren Wirtschaftsverbänden. Geplant ist hierzu auch ein Austausch im Rahmen des BFB-Arbeitskreises Berufsrecht, voraussichtlich noch in diesem Monat. Im Kontext des Schutzes von Selbstständigkeit ist auch der aktuelle Änderungsantrag der Fraktionen CDU/CSU und SPD zum Entwurf eines Dreizehnten Gesetzes zur Änderung des Zweiten Buches Sozialgesetzbuch und anderer Gesetze (BT.-Drs. 21/3541) zu betrachten, der vorsieht, dass die Übergangsregelung für Lehrtätigkeiten bis 31. Dezember 2027, das heißt um ein Jahr, verlängert wird. Nach Auslaufen der Sonderregelung zum 31. Dezember 2027 soll allerdings auch für Lehrkräfte wieder das für alle Berufsgruppen dann geltende allgemeine Recht über die Bestimmung des Erwerbsstatus und die Sozialversicherungspflicht gelten. Hier bedarf es ganz klar weiterer Vorschläge, die Rechtssicherheit für die im Koalitionsvertrag vereinbarte Reform mit langfristig tragfähigen Lösungen für alle Berufsgruppen schaffen.
März 5, 2026 | Aktuelles
Pressemitteilung
Ergebnisse einer Sonderauswertung der BFB-Konjunkturumfrage Winter 2025
▪ Fachkräftelücke bei Freien Berufen bleibt trotz leichtem Rückgang auf hohem Niveau
▪ Fachkräftemangel nach wie vor zentrale Herausforderung
▪ Wirkung von Rekrutierung und Anpassung
Dr. Stephan Hofmeister: „Rund 14 Milliarden Euro weniger Wertschöpfung“
„Der Fachkräftemangel ist kein Randphänomen: Allein durch rund 187.000 unbesetzte Stellen entstehen den Freien Berufen jährliche Umsatzverluste von etwa 14,3 Milliarden Euro. Der Rückgang der Fachkräftelücke hat mehrere Ursachen. Offene Stellen konnten teilweise besetzt werden und die Zahl der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten in den Freien Berufen ist zuletzt gestiegen – insbesondere bei den Fachkräften. Das zeigt: Rekrutierungsanstrengungen wirken“, so BFB-Präsident Dr. Stephan Hofmeister zu den Ergebnissen.
Und sagt weiter: „Zugleich sinkt die Fachkräftelücke auch deshalb, weil Freie Berufe ihren Personalbedarf nach unten anpassen, wenn dieser dauerhaft nicht gedeckt werden kann. Dieser Bedarf verschwindet aus der Statistik, bleibt aber real. Die Entwicklung ist daher kein Zeichen einer grundlegenden Entspannung, sondern Ausdruck einer strukturellen Anpassung an einen dauerhaft angespannten Arbeitsmarkt. Eine Entwarnung ist das nicht: Der Fachkräftemangel bleibt eine zentrale Herausforderung.
Trotz konjunktureller Unsicherheiten bleiben die Freien Berufe gefragte Arbeitgeber und Ausbilder. Das zeigt die zugrunde liegende Konjunkturumfrage: Rund jede beziehungsweise jeder Achte plant, in den kommenden zwei Jahren neues Personal einzustellen, etwa 70 Prozent wollen ihren Personalbestand stabil halten. Der Beschäftigungstrend kann sich fortsetzen – auch wenn steigender Kostendruck und ein schwieriges Marktumfeld die Personalpolitik bremsen.
Die Sicherung von Fachkräften in den Freien Berufen bleibt eine gemeinsame Aufgabe von Politik und Professionen. Der demografische Wandel verschärft den Handlungsdruck: In vielen Freien Berufen steht ein Generationenwechsel an, während die Nachfrage nach vertrauensbasierten Dienstleistungen weiter steigt. Um die Leistungsfähigkeit dauerhaft zu sichern, braucht es gezielte Maßnahmen in den Bereichen Ausbildung, Qualifizierung und Fachkräftesicherung.“
Ergebnisse
Den Freien Berufen fehlen rund 187.000 Arbeitskräfte – darunter 34.000 angestellte Berufsträgerinnen und Berufsträger, 114.000 Fachkräfte und 39.000 Auszubildende. Gegenüber Anfang 2024 entspricht das einem Rückgang von fast 30 Prozent.
Positiv ist die Entwicklung auf dem Ausbildungsmarkt: Laut Ausbildungsbilanz 2025 des Bundesinstituts für Berufsbildung zählen die Freien Berufe zu den wenigen Bereichen mit antizyklisch steigenden Ausbildungszahlen. Die Zahl der neu abgeschlossenen Ausbildungsverträge stieg um 4,6 Prozent. Dennoch bleibt der Nachwuchs das zentrale Nadelöhr der langfristigen Fachkräftesicherung.
Über die Umfrage
Sonderteil einer repräsentativen Umfrage des Instituts für Freie Berufe (IFB) im Auftrag des BFB vom 22. September bis 2. November 2025 unter rund 1.500 Freiberuflerinnen und Freiberuflern.
Über den BFB
Der Bundesverband der Freien Berufe e. V. (BFB) vertritt als einziger Spitzenverband der freiberuflichen Kammern und Verbände die Interessen der Freien Berufe, darunter sowohl Selbstständige als auch Angestellte, in Deutschland. Allein die rund 1,49 Millionen selbstständigen Freiberuflerinnen und Freiberufler steuern rund zehn Prozent zum Bruttoinlandsprodukt bei. Sie beschäftigen knapp 4,8 Millionen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter – darunter knapp 129.000 Auszubildende. Die Bedeutung der Freien Berufe für Wirtschaft und Gesellschaft geht jedoch weit über ökonomische Aspekte hinaus: Die Gemeinwohlorientierung ist ein Alleinstellungsmerkmal der Freien Berufe.
Mitteldeutsche_Zeitung_03.03.26
verantwortlich:
Petra Kleining Mobil: 0177-4265861
petra.kleining@freie-berufe.de
März 2, 2026 | Aktuelles
Wie das Statische Bundesamt (Destatis) am 26. Februar 2026 mitteilte, blieb der sogenannte „Gender Gap Arbeitsmarkt“ 2025 in Deutschland mit 37 Prozent auf dem gleichen hohen Niveau wie im Vorjahr, nachdem er zuvor einmal gesunken war. Der Gender Pay Gap umfasst laut Destatis nicht nur den Unterschied in der Vergütung zwischen Männern und Frauen pro Stunde (Gender Pay Gap von 16 Prozent), sondern auch Unterschiede in Arbeitszeit und Erwerbsbeteiligung zwischen Frauen und Männern. Frauen arbeiteten durchschnittlich weniger Stunden als Männer, was zusammen mit einer geringeren Erwerbsbeteiligung zu den Ungleichheiten beiträgt. In Ostdeutschland fiel der Gender Gap deutlich geringer aus (22 Prozent) als im Westen (39 Prozent), was historisch bedingte Unterschiede in Beschäftigungsformen und Arbeitszeiten widerspiegelt.