Rund 14 Milliarden Euro weniger Wertschöpfung bei den Freien durch Fachkräftelücke

Rund 14 Milliarden Euro weniger Wertschöpfung bei den Freien durch Fachkräftelücke

Pressemitteilung

Ergebnisse einer Sonderauswertung der BFB-Konjunkturumfrage Winter 2025
▪ Fachkräftelücke bei Freien Berufen bleibt trotz leichtem Rückgang auf hohem Niveau
▪ Fachkräftemangel nach wie vor zentrale Herausforderung
▪ Wirkung von Rekrutierung und Anpassung

Dr. Stephan Hofmeister: „Rund 14 Milliarden Euro weniger Wertschöpfung“
„Der Fachkräftemangel ist kein Randphänomen: Allein durch rund 187.000 unbesetzte Stellen entstehen den Freien Berufen jährliche Umsatzverluste von etwa 14,3 Milliarden Euro. Der Rückgang der Fachkräftelücke hat mehrere Ursachen. Offene Stellen konnten teilweise besetzt werden und die Zahl der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten in den Freien Berufen ist zuletzt gestiegen – insbesondere bei den Fachkräften. Das zeigt: Rekrutierungsanstrengungen wirken“, so BFB-Präsident Dr. Stephan Hofmeister zu den Ergebnissen.
Und sagt weiter: „Zugleich sinkt die Fachkräftelücke auch deshalb, weil Freie Berufe ihren Personalbedarf nach unten anpassen, wenn dieser dauerhaft nicht gedeckt werden kann. Dieser Bedarf verschwindet aus der Statistik, bleibt aber real. Die Entwicklung ist daher kein Zeichen einer grundlegenden Entspannung, sondern Ausdruck einer strukturellen Anpassung an einen dauerhaft angespannten Arbeitsmarkt. Eine Entwarnung ist das nicht: Der Fachkräftemangel bleibt eine zentrale Herausforderung.
Trotz konjunktureller Unsicherheiten bleiben die Freien Berufe gefragte Arbeitgeber und Ausbilder. Das zeigt die zugrunde liegende Konjunkturumfrage: Rund jede beziehungsweise jeder Achte plant, in den kommenden zwei Jahren neues Personal einzustellen, etwa 70 Prozent wollen ihren Personalbestand stabil halten. Der Beschäftigungstrend kann sich fortsetzen – auch wenn steigender Kostendruck und ein schwieriges Marktumfeld die Personalpolitik bremsen.
Die Sicherung von Fachkräften in den Freien Berufen bleibt eine gemeinsame Aufgabe von Politik und Professionen. Der demografische Wandel verschärft den Handlungsdruck: In vielen Freien Berufen steht ein Generationenwechsel an, während die Nachfrage nach vertrauensbasierten Dienstleistungen weiter steigt. Um die Leistungsfähigkeit dauerhaft zu sichern, braucht es gezielte Maßnahmen in den Bereichen Ausbildung, Qualifizierung und Fachkräftesicherung.“

Ergebnisse
Den Freien Berufen fehlen rund 187.000 Arbeitskräfte – darunter 34.000 angestellte Berufsträgerinnen und Berufsträger, 114.000 Fachkräfte und 39.000 Auszubildende. Gegenüber Anfang 2024 entspricht das einem Rückgang von fast 30 Prozent.
Positiv ist die Entwicklung auf dem Ausbildungsmarkt: Laut Ausbildungsbilanz 2025 des Bundesinstituts für Berufsbildung zählen die Freien Berufe zu den wenigen Bereichen mit antizyklisch steigenden Ausbildungszahlen. Die Zahl der neu abgeschlossenen Ausbildungsverträge stieg um 4,6 Prozent. Dennoch bleibt der Nachwuchs das zentrale Nadelöhr der langfristigen Fachkräftesicherung.

Über die Umfrage
Sonderteil einer repräsentativen Umfrage des Instituts für Freie Berufe (IFB) im Auftrag des BFB vom 22. September bis 2. November 2025 unter rund 1.500 Freiberuflerinnen und Freiberuflern.
Über den BFB
Der Bundesverband der Freien Berufe e. V. (BFB) vertritt als einziger Spitzenverband der freiberuflichen Kammern und Verbände die Interessen der Freien Berufe, darunter sowohl Selbstständige als auch Angestellte, in Deutschland. Allein die rund 1,49 Millionen selbstständigen Freiberuflerinnen und Freiberufler steuern rund zehn Prozent zum Bruttoinlandsprodukt bei. Sie beschäftigen knapp 4,8 Millionen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter – darunter knapp 129.000 Auszubildende. Die Bedeutung der Freien Berufe für Wirtschaft und Gesellschaft geht jedoch weit über ökonomische Aspekte hinaus: Die Gemeinwohlorientierung ist ein Alleinstellungsmerkmal der Freien Berufe.

Mitteldeutsche_Zeitung_03.03.26

verantwortlich:
Petra Kleining Mobil: 0177-4265861
petra.kleining@freie-berufe.de

Gender Pay Gap bleibt auf dem Niveau vom Vorjahr

Gender Pay Gap bleibt auf dem Niveau vom Vorjahr

Wie das Statische Bundesamt (Destatis) am 26. Februar 2026 mitteilte, blieb der sogenannte „Gender Gap Arbeitsmarkt“ 2025 in Deutschland mit 37 Prozent auf dem gleichen hohen Niveau wie im Vorjahr, nachdem er zuvor einmal gesunken war. Der Gender Pay Gap umfasst laut Destatis nicht nur den Unterschied in der Vergütung zwischen Männern und Frauen pro Stunde (Gender Pay Gap von 16 Prozent), sondern auch Unterschiede in Arbeitszeit und Erwerbsbeteiligung zwischen Frauen und Männern. Frauen arbeiteten durchschnittlich weniger Stunden als Männer, was zusammen mit einer geringeren Erwerbsbeteiligung zu den Ungleichheiten beiträgt. In Ostdeutschland fiel der Gender Gap deutlich geringer aus (22 Prozent) als im Westen (39 Prozent), was historisch bedingte Unterschiede in Beschäftigungsformen und Arbeitszeiten widerspiegelt.

Mittelstand braucht neue Investitionsimpulse

Mittelstand braucht neue Investitionsimpulse

Dieses Fazit zieht die KfW in einer Pressemitteilung vom 24. Februar 2026. Demnach trübt sich der Investitionsausblick im deutschen Mittelstand zu Beginn dieses Jahres deutlich ein. So zeigen Ergebnisse des KfW-Mittelstandspanels vom Januar 2026, dass sich mittelständische Unternehmen häufiger als in den Vorjahren in ihrer Investitionstätigkeit gehemmt sehen. Sämtliche Investitionshemmnisse werden derzeit stärker wahrgenommen. Maßgeblich bleibt dabei der bekannte Dreiklang aus der schwachen gesamtwirtschaftlichen Entwicklung, hohen Kosten für Material, Energie und Löhne sowie belastenden gesetzlichen Vorgaben. Da auf den Mittelstand nahezu die Hälfte der jährlichen Unternehmensinvestitionen entfällt, sind aus Sicht der KfW gezielte Impulse erforderlich, um die Investitionsbereitschaft wieder zu stärken.

Teilzeit

Teilzeit

2024 arbeiteten in Deutschland rund 13,1 Millionen Menschen in Teilzeit, wobei knapp 30 Prozent davon ihren Arbeitsumfang auf eigenen Wunsch reduziert haben, häufiger Frauen als Männer. Ein wichtiger weiterer Grund für Teilzeit war die Betreuung von Angehörigen, was besonders von Frauen deutlich häufiger genannt wurde als von Männern. Zudem nannten knapp zwölf Prozent der Teilzeitbeschäftigten Aus- oder Weiterbildung oder Studium als Grund, wobei dieser Anteil bei Männern höher war. Weitere Gründe waren eigene Krankheit/Behinderung und der Wunsch nach Vollzeit, ohne eine passende Stelle zu finden. Insgesamt lag die Teilzeitquote aller Erwerbstätigen bei knapp 31 Prozent mit einem deutlich höheren Anteil bei Frauen als bei Männern. Darüber berichtete das Statistische Bundesamt Ende des vergangenen Monats.

KI im Mittelstand

KI im Mittelstand

Der Anteil mittelständischer Unternehmen in Deutschland, die Künstliche Intelligenz (KI) nutzen, ist in den vergangenen Jahren stark angestiegen. Während zwischen 2016 und 2018 nur vier Prozent der kleinen und mittleren Firmen KI einsetzten, waren es zwischen 2022 und 2024 bereits 20 Prozent. In absoluten Zahlen sind das knapp 780.000 Unternehmen. Das sind Ergebnisse einer Sonderauswertung des KfW-Mittelstandspanels, die am 11. Februar 2026 veröffentlicht wurden. Dabei schreiten laut der Autorinnen und Autoren vor allem große Unternehmen mit mehr als 50 Mitarbeitenden voran: Hier hatten zuletzt 36 Prozent KI im Einsatz, nach nur sechs Prozent zwischen 2016 und 2018. Aber auch bei kleinen Unternehmen mit unter fünf Beschäftigten nutzten in den Jahren 2022 bis 2024 immerhin 19 Prozent KI.

Entwicklung der tariflichen Ausbildungsvergütungen 2025

Entwicklung der tariflichen Ausbildungsvergütungen 2025

Die tariflichen Ausbildungsvergütungen in Deutschland stiegen 2025 im Durchschnitt um 6,7 Prozent an und verzeichnen damit den zweiten Rekordanstieg in Folge. Auszubildende in tarifgebundenen Betrieben erhielten durchschnittlich 1.209 Euro brutto pro Monat. Besonders hohe Vergütungen gab es im öffentlichen Dienst sowie in Industrie und Handel, während sie in Landwirtschaft (1.188 Euro), Freien Berufen (1.098 Euro) und Handwerk (1.093 Euro) unter dem Durchschnitt lagen. Insgesamt haben die starken Anstiege die realen Einkommensverluste der Vorjahre weitgehend ausgeglichen. Unter den Bundesländern hielt weiterhin Baden-Württemberg die Spitzenposition mit durchschnittlich 1.257 Euro, gefolgt von Hamburg mit 1.224 Euro. Am niedrigsten waren die tariflichen Ausbildungsvergütungen in Rheinland-Pfalz (1.186 Euro) und Nordrhein-Westfalen (1.185 Euro). Darüber berichtete das Bundesinstitut für Berufsbildung Ende vergangener Woche.

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