Weiterbildungsverhalten in Deutschland 2020

Weiterbildungsverhalten in Deutschland 2020

Das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) veröffentlichte am 21. September 2021 diesen Bericht. Danach steigt die Weiterbildungsbeteiligung unter Erwachsenen in Deutschland weiter an: 2020 liegt die Quote der Teilnahme der 18- bis 64-Jährigen bei 60 Prozent, also deutlich höher als im Jahr 2018 (54 Prozent) und im Jahr 2016 (50 Prozent). Der zuletzt gemessene Anstieg zwischen 2016 und 2018 ist somit kein einmaliges Ergebnis, sondern laut BMBF als Auftakt eines Aufwärtstrends zu interpretieren. Die Quote der Teilnahme an betrieblicher Weiterbildung liegt 2020 bei 48 Prozent. Die Reichweite der betrieblichen Weiterbildung ist damit nach wie vor deutlich größer als die der nicht berufsbezogenen (18 Prozent) und der individuellen berufsbezogenen Weiterbildung (16 Prozent). Im Segment der betrieblichen Weiterbildung ist seit 2016 ein deutlicher Aufwärtstrend zu erkennen (zuletzt plus acht Prozentpunkte).

Mittelstandspolitik nach Corona

Mittelstandspolitik nach Corona

In einem kostenpflichtigen Fachaufsatz für die jüngste Ausgabe der Zeitschrift „Perspektiven der Wirtschaftspolitik“ fordern Prof. Dr. Friederike Welter, Präsidentin des Instituts für Mittelstandsforschung (IfM) Bonn, und die dortige Wissenschaftlerin Britta Levering, dass Mittelstandspolitik als Querschnittspolitik die Belange mittelständischer Unternehmen auch in andere Politikfelder einbringt. Sie muss laut der Autorinnen darauf achten, dass im Vorfeld der Gesetzgebung die Belange des Mittelstands in allen involvierten Ministerien berücksichtigt werden. Für die kommende Legislaturperiode bedeutet dies etwa, dass die Mittelstandspolitik beispielsweise darauf einwirken sollte, dass umweltpolitische Regelungen keine verfahrensbedingten Kostendegressionen als Vorteil für größere Unternehmen beinhalten und dass die transparente Informationsweitergabe an den Mittelstand gelingt. Des Weiteren sollte unter anderem die Infrastruktur für die Digitalisierung weiter verbessert werden. Überdies sprechen sich die Autorinnen dafür aus, die Vertreter des Mittelstands dabei noch stärker in die Gestaltung der Gesetzgebung miteinzubeziehen. Grundsätzlich stünden die mittelständischen Unternehmen in den kommenden Jahren neben ihren branchen- und größenspezifischen Aufgaben vor großen Herausforderungen. Diese können sie nur bewältigen, wenn die Politik ihnen einen verlässlichen Rahmen bietet, innerhalb dessen sie wirtschaftlich agieren können.

KI-Monitor zeigt Fortschritt

KI-Monitor zeigt Fortschritt

Der Bundesverband Digitale Wirtschaft veröffentlichte am 31. August 2021 gemeinsam mit dem Institut der deutschen Wirtschaft Köln zum zweiten Mal seinen KI-Monitor. Das jährliche Gutachten untersucht den Fortschritt von Künstlicher Intelligenz (KI) in Deutschlands Wirtschaft und Gesellschaft sowie die vorliegenden Rahmenbedingungen. Im aktuellen Jahr 2021 beträgt der KI-Index 123 Punkte: Im Vergleich zum Basisjahr 2019 verbesserte sich der Status quo von KI in Deutschland somit um mehr als 23 Prozent. Ein Anstieg um 15 Prozent ist im Vergleich zu 2020 erkennbar. Vor allem KI-nahe Patentanmeldungen sind gestiegen. Gleichzeitig setzen immer mehr Firmen KI im Unternehmensalltag ein, beschäftigen sich mit dem Thema in ihren Geschäftsberichten und suchen verstärkt Fachkräfte, die sich damit auskennen.

Gesundheitswirtschaft zentrale Branche

Gesundheitswirtschaft zentrale Branche

Am 1. September 2021 stellte das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie die aktuellen Daten der Gesundheitswirtschaftlichen Gesamtrechnung für 2020 vor. Es zeigt sich, dass die Gesundheitswirtschaft weiterhin zu einer der zentralen Branchen des Wirtschaftsstandorts Deutschland zählt. 2020 erwirtschaftete sie 364 Milliarden Euro und damit zwölf Prozent der deutschen Bruttowertschöpfung. Jeder sechste Erwerbstätige arbeitet in der Gesundheitswirtschaft, insgesamt sind das 7,4 Millionen Menschen. Im Pandemie-Jahr 2020 verzeichnete auch die Gesundheitswirtschaft einen Rückgang von minus 3,7 Prozent Bruttowertschöpfung. Während die industrielle Gesundheitswirtschaft mit minus neun Prozent einen deutlichen Einbruch erlitt, war der Rückgang im Bereich der medizinischen Versorgung mit minus 1,4 Prozent vergleichsweise gering.

Studie zur sozialen Marktwirtschaft

Studie zur sozialen Marktwirtschaft

Der Rückhalt für die soziale Marktwirtschaft ist derzeit so groß wie nie zuvor in 25 Jahren: 56 Prozent der Bürger haben eine gute Meinung vom deutschen Wirtschaftssystem. Das ist das Ergebnis einer Studie im Auftrag des Gemeinschaftsausschusses der Deutschen Gewerblichen Wirtschaft, hier ist der BFB Gast. Die Untersuchung „Nachhaltigkeit in der sozialen Marktwirtschaft“ wurde am 25. April 2021 vorgestellt. Ziel war herauszufinden, ob die Bevölkerung der sozialen Marktwirtschaft eine Problemlöserfunktion für aktuelle gesellschaftliche Herausforderungen wie den Klima- und Umweltschutz zutraut. An ein Wirtschaftssystem stellt die Bevölkerung vor allem die klare Forderung, faire Löhne (80 Prozent) und möglichst sichere Arbeitsplätze (69 Prozent) sicherzustellen. Dies erwarten die meisten Menschen mehr noch als Klimaschutz und Nachhaltigkeit (je 60 Prozent). Nach Einschätzung der Bevölkerung führt gerade die soziale Marktwirtschaft zu mehr Gerechtigkeit. Die Befragten sehen in der Wirtschaft den wichtigsten Akteur, wenn es um Fortschritte im Klimaschutz geht: 89 Prozent sind überzeugt, dass die Wirtschaft zum Klimaschutz viel oder sehr viel beitragen kann. Statt Verboten erachten 60 Prozent der Befragten Anreize der Nachhaltigkeit als sinnvoller.

Effekt von Steuern auf Beschäftigung, Löhne und Wachstum

Effekt von Steuern auf Beschäftigung, Löhne und Wachstum

Niedrigere Steuern für Unternehmen bringen höhere Löhne, mehr Beschäftigung und höheres Wachstum. Auch würden die Steuereinnahmen langfristig auf die Ausgangshöhe zurückkehren. Das geht aus einer Studie des ifo Instituts hervor, die am 23. August 2021 erschienen ist. Die Studie betrachtet die Folgen einer Senkung der Unternehmenssteuer von 30 Prozent auf 25 Prozent sowie einer Verkürzung des Zeitraums der steuerlichen Abschreibungen für Investitionen von zehn auf vier Jahre. Eine Kombination aus beiden Reformen würde kurzfristig das Steueraufkommen um 30 Milliarden Euro verringern. Die Wirtschaftsleistung und der Konsum privater Haushalte wären aber nach einer Anpassungszeit um rund drei Prozent höher als ohne Reform. Die Beschäftigung würde um 1,4 Prozent steigen und die Löhne um etwa vier Prozent.