Kreditmarkt unter Eindruck der Zinswende

Kreditmarkt unter Eindruck der Zinswende

Das von KfW Research berechnete Kreditneugeschäft mit Unternehmen und Selbstständigen machte laut Mitteilung vom 2. August 2022 im ersten Quartal 2022 einen weiteren Satz nach oben. Im Vergleich zum Vorjahresquartal wuchsen die neuen Bankdarlehen um 15,5 Prozent. Das starke Kreditwachstum wird vor allem auf kurzfristigen Finanzierungsbedarf höherer Lagerhaltung, die gestörte Lieferketten auffangen soll, und Zinssicherungsmotive vor dem Hintergrund der geldpolitischen Straffung zurückgeführt. Mittelfristig rechnet die KfW damit, dass vor allem eine sich abzeichnende wirtschaftliche Abkühlung und höhere Zinsen mit Investitionszurückhaltung und einer zum Jahresende weniger stark wachsenden Kreditnachfrage einhergehen.

KfW-ifo-Mittelstandsbarometer: Große Rezessionssorgen im Mittelstand

KfW-ifo-Mittelstandsbarometer: Große Rezessionssorgen im Mittelstand

Nach einer kurzen Phase der Stabilisierung im Frühjahr 2022 befindet sich das mittelständische Geschäftsklima aus Angst vor einem Gaslieferstopp laut Mitteilung der KfW vom 2. August 2022 zu Beginn des Sommerquartals 2022 wieder im Sinkflug. So geben die Lageurteile nach und brechen die Erwartungen weiter ein. Aus Sicht der KfW wird eine Rezession immer wahrscheinlicher. Auch die Freien Berufe sind skeptisch, wie aus der am 8. Juli 2022 veröffentlichten BFB-Konjunkturumfrage hervorging. Sie sorgen sich im Zuge des Krieges gegen die Ukraine vor einer sich weiter verfestigenden Wirtschaftskrise und einem schwierigen Marktumfeld.

Plus 6,8 Prozent neue Ausbildungsverträge

Plus 6,8 Prozent neue Ausbildungsverträge

Zum 30. Juni 2022 verzeichnen die Kammern der Freien Berufe 25.469 neue Ausbildungsverträge, ein Plus von 6,8 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitpunkt. Dieser Wert liegt zudem über dem des Vor-Corona-Jahres 2019 (24.808). „Eine beachtliche Leistung der ausbildenden Freiberuflerinnen und Freiberufler sowie deren Kammern und Verbänden“, so BFB-Präsident Friedemann Schmidt in einer Pressemitteilung vom 1. August 2022, worüber die F.A.Z. vorab exklusiv berichtete. Das sind zuversichtlich stimmende Vorboten für das Ausbildungsjahr 2022/2023, das in Kürze startet, und spricht für den unverminderten Fachkräftebedarf. Da es einen Bewerberinnen- und Bewerbermangel und keinen Mangel an Ausbildungsplätzen gibt, setzt die geplante Ausbildungsgarantie am falschen Ende an. Vielmehr ist mehr Wertschätzung für diejenigen geboten, die ausbilden. Zunehmend herausfordern werden die steigenden Abbruchquoten.

Zahl und Anteil junger Menschen auf neuem Tiefststand

Zahl und Anteil junger Menschen auf neuem Tiefststand

Ende 2021 waren gut 8,3 Millionen Menschen im Alter von 15 bis 24 Jahren. Das entspricht einem Anteil von zehn Prozent an der Gesamtbevölkerung, wie das Statistische Bundesamt am 25. Juli 2022 zum Start einer dreiwöchigen Themenreihe zum Europäischen Jahr der Jugend mitteilte. Die Zahl der jungen Menschen zwischen 15 und 24 Jahren ist somit sowohl absolut als auch anteilig so klein wie nie zuvor seit Beginn der Zeitreihe 1950. In Deutschland lebten anteilig weniger junge Menschen als im Durchschnitt der Europäischen Union (EU), der bei 10,6 Prozent liegt. Den EU-weit höchsten Anteil hatte Irland mit 12,6 Prozent, vor Dänemark und Zypern mit jeweils 12,3 Prozent. Die wenigsten jungen Menschen innerhalb der EU verzeichneten Tschechien und Bulgarien mit einem Anteil von jeweils neun Prozent gefolgt von Lettland mit 9,2 Prozent.

Geflüchtete aus der Ukraine wollen in Deutschland arbeiten

Geflüchtete aus der Ukraine wollen in Deutschland arbeiten

90 Prozent der Geflüchteten aus der Ukraine wollen in Deutschland eine Beschäftigung aufnehmen. Zu diesem Ergebnis kommt das ifo Institut in einer Umfrage unter 936 Ukrainerinnen und Ukrainern, die Ende vergangener Woche veröffentlicht wurde. 42 Prozent arbeiten bereits in ihrem Beruf oder sind auf der Suche nach einer qualifizierten Stelle. 32 Prozent sind auch bereit, unter ihrer Qualifikation zu arbeiten. Als gering schätzen 16 Prozent ihre Möglichkeiten am deutschen Arbeitsmarkt ein. Zehn Prozent sehen keine Perspektive zu arbeiten oder haben kein Interesse.