ifo Beschäftigungsbarometer erneut gestiegen

ifo Beschäftigungsbarometer erneut gestiegen

Die deutschen Unternehmen fahren ihre Entlassungspläne zurück. Das ifo Beschäftigungsbarometer stieg im August auf 95,4 Punkte, von 93,2 Punkten im Juli. Das teilte das ifo Institut am 27. August 2020 mit. Auf dem deutschen Arbeitsmarkt steht eine Trendwende bevor, so die Forscher. Nachdem in den vergangenen Monaten Entlassungen liefen, sind nun erste Signale für Neueinstellungen sichtbar: In der Industrie ist das Barometer deutlich gestiegen. Dennoch wollen immer noch mehr Unternehmen Mitarbeiter entlassen als einstellen. Im Dienstleistungssektor gibt es erste Anzeichen für Neueinstellungen. Insbesondere in der IT-Branche werden neue Mitarbeiter gesucht. Der Handel ist weiter zurückhaltend bei der Personalsuche und rechnet tendenziell mit Entlassungen. Nur im Bauhauptgewerbe gibt es gegenwärtig kaum Dynamik bei der Beschäftigungsentwicklung.

KfW-Konjunkturkompass

KfW-Konjunkturkompass

Kräftige Erholung nach Tiefpunkt im April, doch jetzt nimmt der Gegenwind zu – diese Einschätzung stellt das volkswirtschaftliche Kompetenzzentrum der KfW (KfW Research) ihrem aktuellen Konjunkturkompass voran. So führte die Corona-Pandemie in Deutschland und der Eurozone zu einem historischen Einbruch der Wirtschaftsleistung. Auf den Tiefpunkt im April folgte laut KfW Research eine schnelle Aufholbewegung, deren anfänglich hohes Tempo sich aktuell wieder deutlich verlangsamen dürfte. Nach der relativ mechanischen Erholung durch die Aufhebung vieler Eindämmungsmaßnahmen wird der verbleibende Abstand zum Niveau der Wirtschaftsaktivität vor der Krise immer schwieriger zu überwinden, so die Forscher. Die KfW erwartet für Deutschland 2020 weiterhin einen Rückgang des Bruttoinlandsprodukts um rund sechs Prozent, gefolgt von einem Wachstum von fünf Prozent im nächsten Jahr. Das Vorkrisenniveau dürfte bis Ende 2021 wieder erreicht werden. Eine ausgeprägte zweite Infektionswelle hierzulande und in Europa insgesamt bleibt laut KfW Research ein bedeutendes Abwärtsrisiko für die wirtschaftliche Erholung.

Aktualisierte Infografik des BMWi zu Corona-Hilfen

Aktualisierte Infografik des BMWi zu Corona-Hilfen

Auf seiner Website veröffentlichte das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (BMWi) am 26. August 2020 einen aktualisierten illustrierten Überblick zu den bewilligten Finanzierungsvolumen. Insgesamt wurden zum Stichtag 25. August 2020 Corona-Hilfen im Volumen von 69,3 Milliarden Euro genehmigt. Diese setzen sich zusammen aus dem KfW-Sonderprogramm (45 Milliarden Euro), den Soforthilfen für kleine Unternehmen, Selbstständige und Freiberufler (mindestens 14,3 Milliarden Euro), dem Wirtschaftsstabilisierungsfonds (6,2 Milliarden Euro) sowie den Bürgschaften der Bürgschaftsbanken (856 Millionen Euro) und Großbürgschaften (2,7 Milliarden Euro). Im Rahmen des Überbrückungshilfeprogramms für kleine und mittelständische Unternehmen wurden circa 42.700 Anträge im Volumen von rund 759 Millionen Euro gestellt und davon rund 316 Millionen Euro bewilligt.

Überbrückungshilfe nachbessern

Überbrückungshilfe nachbessern

Im Vorfeld der Sitzung des Koalitionsausschusses am 25. August 2020 platzierte der BFB ein Statement bei der Deutschen Presse-Agentur. Darin forderte BFB-Hauptgeschäftsführer Peter Klotzki mit Blick auf die Überbrückungshilfe zum einen, einen Unternehmerlohn einzusteuern und zum anderen, deren Laufzeit zu verlängern, da gerade auch die in den Freien Berufen typische nachlaufende Rechnungslegung den Effekt haben kann, dass freiberufliche Unternehmen später in Not geraten. Die Meldung fand medial großes Echo.

Brandbrief des BVMW an die Politik: Kein zweiter Lockdown!

Brandbrief des BVMW an die Politik: Kein zweiter Lockdown!

In einem Brandbrief vom 21.08.2020 an die Bundeskanzlerin und die Ministerpräsidentinnen und Ministerpräsidenten der Bundesländer warnt der Bundesverband mittelständische Wirtschaft Unternehmerverband Deutschlands e.V. (BVMW) vor einem zweiten Lockdown.
Der Umsatz der gewerblichen Wirtschaft habe im Juni 2020 9,6 Prozent unter dem Vor-Corona-Wert gelegen und die Industrieproduktion sei im Mai 22,5 Prozent niedriger. Da auch die Schlüsselbranche Autoindustrie ein Produktionsminus von circa 50 Prozent verzeichne, der Export um 27 Prozent eingebrochen sei, und die Auftragseingänge in der Industrie um fast 31 Prozent rückläufig waren, könne ein Rückgang der Wirtschaftsleistung um 10,1 Prozent im zweiten Quartal nicht überraschen.

Ein zweiter Lockdown mit dem damit verbundenen Anstieg der Arbeitslosigkeit würde die Sozialkassen sprengen und vor allem Klein- und Mittelbetriebe gefährden, die über 70 Prozent der Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer beschäftigen und acht von zehn Azubis ausbilden. Kein noch so großes Rettungspaket könne diesen Unternehmen den drohenden Umsatzausfall ersetzen.

Da viele Unternehmen ihre finanziellen Reserven aufgebraucht hätten, seien bereits jetzt ein Fünftel aller deutschen Unternehmen durch die Corona-Krise gefährdet. Deshalb müsse ein erneutes Aufflackern der Pandemie mit lokalen und regionalen Maßnahmen bekämpft werden.

Der BVMW vertritt nach eigenen Angaben 910.000 mittelständische Unternehmen.

IfM-Zukunftspanel: Größte Herausforderungen für mittelständische Unternehmen

IfM-Zukunftspanel: Größte Herausforderungen für mittelständische Unternehmen

Nachdem Anfang Juli 2020 erste Zwischenergebnisse veröffentlicht wurden, legte das Institut für Mittelstandsforschung (IfM) Bonn zum dritten Mal nach 2014 und 2017 am 17. August 2020 die Ergebnisse des „Zukunftspanels Mittelstand“ vor. Hierfür wurden Vertreter aus Wirtschaftspolitik, Wissenschaft und Wirtschaft zu den aktuellen und zukünftigen Herausforderungen für die mittelständischen Unternehmen befragt, auch der BFB beteiligte sich. Die Sicherung der Innovations- und Wettbewerbsfähigkeit bleibt weiterhin die größte Herausforderung. Auf den Plätzen zwei und drei stehen die Digitalisierung und die Fachkräftesicherung, erst dahinter folgt die Bewältigung der Corona-Krise. So hinterlässt die Corona-Pandemie zwar in fast allen Handlungsfeldern ihre Spuren, sofern nicht erneut die wirtschaftliche Situation beeinträchtigt wird, haben sich die meisten mittelständischen Unternehmen aus Sicht der befragten Experten jedoch auf die „Neue Normalität“ eingestellt. Allerdings erwarten die Befragten, dass auch nach der Corona-Pandemie die konsequente Implementierung von digitalen Technologien entscheidend für die Sicherung der Wettbewerbsfähigkeit sein wird. Entsprechend fordern sie die Politik auf, die digitale Infrastruktur auszubauen und die IT-Sicherheit zu erhöhen. Zugleich müssten aber auch die mittelständischen Unternehmen die Entwicklung und den Erwerb digitaler Kompetenzen bei ihren eigenen Mitarbeitern stetig fördern. Einig sind sich die Experten zudem darin, dass sich die mittelständischen Unternehmen zukünftig noch stärker mit den Themen „Nachhaltigkeit“ und „Klimaschutz“ beschäftigen müssen. Eingaben des BFB werden in der Veröffentlichung zitiert: Zum einen mit Blick auf Chancen sowie Risiken von Künstlicher Intelligenz, wobei auszuloten ist, wo Vorteile entstehen und wo Verdrängung stattfindet, etwa von freiberuflichen Dienstleistungen (Seite zwölf). Zum anderen im Kontext der Digitalisierung. So wird auf Seite 15 wiedergeben: „Datenschutz als Schlüsselfaktor: Nur wenn Vertrauen in die Sicherheit gerade persönlicher Daten besteht, kann die Digitalisierung Akzeptanz erfahren. Es muss gelten, Datenschutz vor Datennutz.“

Datenschutzübersicht

Diese Website verwendet Cookies, damit wir Ihnen die bestmögliche Benutzererfahrung bieten können. Cookie-Informationen werden in Ihrem Browser gespeichert und führen Funktionen, wie das Erkennen von Ihnen bei der Rückkehr zu unserer Website aus und helfen unserem Team zu verstehen, welche Bereiche der Website für Sie am interessantesten und nützlichsten sind.