Jeder zweite Freiberufler hat Schwierigkeiten bei der Stellenbesetzung

Jeder zweite Freiberufler hat Schwierigkeiten bei der Stellenbesetzung

Laut einer aktuellen Umfrage des Instituts für Freie Berufe hat jeder fünfte Freiberufler offene Stellen. In Summe sind knapp 300.000 Stellen unbesetzt. Fort‐ und Weiterbildung ist die wichtigste Maßnahme gegen Fachkräftemangel. Das sind Ergebnisse einer Befragung zur Fachkräftesicherung und Nachwuchsgewinnung, die der BFB am 13. Januar 2020 veröffentlichte und über welche die FAZ in ihrer Ausgabe vom selben Tag vorab exklusiv berichtete.

Umfrage zu Fachkräftesicherung und Nachwuchsgewinnung

Umfrage zu Fachkräftesicherung und Nachwuchsgewinnung

  • Jeder fünfte Freiberufler hat offene Stellen.
  • Fort‐ und Weiterbildung ist wichtigste Maßnahme gegen Fachkräftemangel.

Prof. Dr. Ewer: „Knapp 300.000 Stellen sind bei den Freien Berufen unbesetzt.“
„Knapp 300.000 Stellen sind bei den Freien Berufen unbesetzt. Der Wettbewerb um kluge Köpfe
verschärft sich im Zuge des demografischen Wandels. Bei den Freiberuflern wirkt sich dieses
Phänomen noch intensiver aus. Denn die Freien Berufe sind ein Wachstumssektor, das belegen
durchgängig steigende Zahlen der selbstständigen Freiberufler, ihrer sozialversicherungspflichtig
Beschäftigten und ihres Anteils am Bruttoinlandsprodukt. Allein dadurch nimmt der Personalbedarf
naturgemäß zu“, so BFB‐Präsident Prof. Dr. Wolfgang Ewer zu den Ergebnissen einer Umfrage zu
Fachkräftesicherung und Nachwuchsgewinnung.

Lesen Sie hier die Pressemitteilung des BFB vom 13.01.2020.

Migrationsbericht 2018: Deutschland bei Europäern beliebtes Ziel

Migrationsbericht 2018: Deutschland bei Europäern beliebtes Ziel

2018 sind mit 1,59 Millionen etwa so viele Menschen nach Deutschland gezogen wie schon im Vorjahr. Die Beweggründe für die Zuwanderung haben sich allerdings verändert. So sind weniger Menschen aus humanitären Gründen gekommen. Immer mehr zieht es nach Deutschland, um hier zu studieren oder zu arbeiten. Vor allem bei Europäern ist Deutschland beliebt: 2018 kamen zwei Drittel aller zugewanderten Personen aus einem europäischen Land. Gleichzeitig ist die Zahl der Asylanträge deutlich zurückgegangen. Das zeigt der aktuelle Migrationsbericht, den das Bundeskabinett nach Vorlage durch das Bundesministerium des Innern, für Bau und Heimat am 8. Januar 2020 beschloss.

Verbesserte Förderbedingungen beim Weiterbildungsstipendium

Verbesserte Förderbedingungen beim Weiterbildungsstipendium

Beim Weiterbildungsstipendium erhöhte sich die Förderung zum Jahresbeginn 2020 deutlich: Ab 1. Januar 2020 steigt die maximale Förderhöhe von 7.200 auf 8.100 Euro für alle drei Förderjahre. Das Bundesministerium für Bildung und Forschung wird in diesem Jahr knapp 30 Millionen Euro für das Programm ausgeben, somit werden jährlich 6.000 Weiterbildungsstipendien finanziert. Zudem können die Stipendiaten Intensivsprachkurse oder berufsbezogene Weiterbildungen auch im Ausland absolvieren. Der BFB ist zusammen mit dem Deutschen Industrie- und Handelskammertag sowie dem Zentralverband des Deutschen Handwerks Gesellschafter der Stiftung Begabtenförderung Berufliche Bildung, die seit 1991 in Zusammenarbeit mit den Kammern das Programm „Weiterbildungsstipendium“ verwaltet. Dieses richtet sich an sehr gute bis gute Absolventen der beruflichen Bildung im Alter bis 25 Jahren, die eine berufsbezogene Weiterbildung oder berufsbegleitendes Studium absolvieren möchten.

Mitarbeiterbindung

Mitarbeiterbindung

In Zeiten des Fachkräftemangels zeigen sich Arbeitgeber großzügig, um neue Mitarbeiter zu gewinnen und an sich zu binden. Mehr als die Hälfte der Arbeitgeber, 55 Prozent, lockt Mitarbeiter mit der neuesten Generation von Smartphone, Tablet oder Notebook und 60 Prozent erlauben ausdrücklich auch die private Nutzung dienstlicher Geräte. Das ist das Ergebnis einer Befragung von Personalverantwortlichen und Geschäftsführern von Unternehmen aller Branchen, die der Digitalverband Bitkom am 6. Januar 2020 vorstellte. Zudem setzen Arbeitgeber auf Gratisverpflegung und flexibles Arbeiten.

Erwerbstätigkeit steigt weiter, weniger Selbstständige

Erwerbstätigkeit steigt weiter, weniger Selbstständige

Im Jahresdurchschnitt 2019 waren rund 45,3 Millionen Personen mit Arbeitsort in Deutschland erwerbstätig. Nach Berechnungen des Statistischen Bundesamtes (Destatis), die Ende vergangener Woche veröffentlicht wurden, lag die Zahl der Erwerbstätigen 2019 um 402.000 Personen oder 0,9 Prozent höher als im Vorjahr. 2018 hatte die Zuwachsrate noch 1,4 Prozent betragen. Damit setzte sich der nun seit 14 Jahren anhaltende Anstieg der Erwerbstätigkeit weiter fort, allerdings mit abgeschwächter Dynamik. Eine gesteigerte Erwerbsbeteiligung der inländischen Bevölkerung sowie die Zuwanderung ausländischer Arbeitskräfte überwogen laut Destatis die Effekte des demografischen Wandels, sodass 2019 die höchste Erwerbstätigenzahl seit der Wiedervereinigung erreicht wurde. Überdies stellt Destatis fest, dass die Erwerbstätigenzahl in Dienstleistungsbereichen überdurchschnittlich steigt. Entscheidend für die positive Entwicklung auf dem deutschen Arbeitsmarkt war die Zahl der Arbeitnehmer, die im Jahresdurchschnitt 2019 um 475.000 Personen oder 1,2 Prozent wuchs. Während die Zahl der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten weiter anstieg, war die Zahl der marginal Beschäftigten weiter rückläufig. Die Zahl der Selbstständigen, einschließlich mithelfender Familienangehöriger, sank im selben Zeitraum um 73.000 Personen oder 1,7 Prozent auf 4,15 Millionen. Zuletzt hatte es mit 4,13 Millionen Personen 2003 weniger Selbstständige gegeben. Zur Einordnung bietet sich die letzte Freiberufler-Statistik an: In Summe arbeiteten zu Jahresbeginn 2019 rund 5.462.000 Personen in den Freien Berufen, plus 3,1 Prozent. Und entgegen dem auch nun wieder attestierten Trend kletterte die Zahl der selbstständigen Freiberufler zum Jahresbeginn 2019 auf 1.432.000, ein Plus von 1,8 Prozent. Damit bleiben die Freien Berufe nicht nur Beschäftigungsmotor, sondern werden als Säule der Selbstständigen immer wichtiger.